Graue Nächte in Sankt Petersburg


Graue Nächte? Waren das nicht die weißen Nächte von St. Petersburg? Stimmt beides, jedoch erstmal der Reihe nach:

Unsere extrem frühe Abfahrt über die Grenze hatte natürlich ihre Vorteile. Nach gut 2 1/2 Stunden waren wir im Speckgürtel von Sankt Petersburg angekommen und hatten dennoch den ganzen Vormittag Zeit für Besichtigungen. Zunächst wollten wir ein paar Sachen außerhalb der Innenstadt besuchen. Den ersten Stopp machte der Katharinenpalast (hier befindet sich auch das bekannte Bernsteinzimmer) mit schöner und großer Parkanlage, dem Katharinenpark. Die gesamte Anlage und auch die sich hier befindlichen Bauwerke konnten uns überzeugen – ein schöner Vormittag.

Im Anschluss ging es nach Peterhof, zum gleichnamigen Schloss. Dieses ist bekannt als russisches Versailles und für die besonderen Wasserspiele. Die überraschend exorbitant hohen Eintrittspreise, allein um ein wenig Wasser zu sehen, sowie die aufkommenden dunklen Wolken veranlassten uns zu der Entscheidung, lieber zu unserem gebuchten Stellplatz zu fahren um dann die innerstädtischen Sehenswürdigkeiten zu besichtigen. Von der Schlosskirche ist uns trotzdem noch ein Foto mit blauem Himmel gelungen 😉

So ging es also, trotz sich verschlechterndem Wetter, in die Stadt. Für den kommenden Tag waren schließlich noch grauere Bedingungen angesagt. Mit der Metro und anschließend zu Fuß ging es zu den Sehenswürdigkeiten auf der Moskauer und Petrograder Seite, wobei unser Fokus zunächst auf ersterem lag. Am späten Abend unternahmen wir noch eine Bootsfahrt, unter anderem zu den berühmten Brückenöffnungen. Die kühlen Temperaturen und der starke Wind konnten einen dieses Erlebnis jedoch nur begrenzt genießen lassen; und auch das Fotografieren gestaltete sich auf dem leicht wackelnden Boot natürlich alles andere als leicht.

Auch am nächsten Tag stand wieder Sightseeing an, das Wetter tat uns leider keinen Gefallen und blieb weiterhin trüb. Die ersten Sehenswürdigkeiten waren das überraschend schlichte Wohnhaus Peters des Großen und der Panzerkreuzer Aurora. Dieser hatte bei der Oktoberrevolution eine größere Rolle gespielt. Von dort aus ging es weiter auf die Haseninsel, hier befindet sich die Peter-und-Paul-Festung. Die Festungsanlage bildet das historische Zentrum von St. Petersburg, markantestes Bauwerk innerhalb ist die Peter-und-Paul-Kathedrale.

Den Rest des Tages verbrachten wir hauptsächlich in der Eremitage bzw. dem Winterpalast. Der Winterpalast war die Hauptresidenz der russischen Zaren und ist der berühmteste Teil des riesigen Gebäudekomplexes, welchen die Eremitage umfasst. Diese wiederum stellt eines der größten und bedeutendsten Kunstmuseen der Welt dar. Hier bestaunten wir neben den Ausstellungsstücken vor allem die Einrichtung und Verzierungen der unterschiedlichen Räume, die meist von goldenen Farbtönen dominiert wurden.

Tags darauf hieß es schon langsam „Do svidaniya Rossiya“, zunächst ging es jedoch zum Lakhta Center. Es handelt sich hierbei um den nördlichsten Wolkenkratzer der Welt; mit 462 m Höhe ist das Center auch das höchste Gebäude Europas. Das Center selbst wurde noch nicht eröffnet, die letzten Kräne am Hauptgebäude wurden erst Ende Juni entfernt. So waren wir einer ersten, die einen freien Blick auf den Turm genießen konnten.

Den nun wirklich letzten Abstecher machten wir in Wyborg, hier wollten wir russisch Essen gehen. In der Stadt selbst gibt es neben interessanten alten, zum Teil aber auch zerfallenen Gebäuden zudem eine ziemlich sehenswerte Burg – bei schlagartig schönerem Wetter. Lang hielten wir uns dennoch nicht auf, von dort aus ging es auf direktem Weg nach Finnland.

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